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Sonstige Erkrankungen

Augenspritzen helfen auch bei selteneren Erkrankungen der Netzhautmitte. Zwei davon behandeln wir regelmäßig: das Makulaödem bei einer Entzündung im Auge und die Gefäßneubildung bei starker Kurzsichtigkeit.

Makulaödem bei Uveitis

Als Uveitis bezeichnet man eine Entzündung im Inneren des Auges. Sie kann für sich allein auftreten oder zu einer rheumatischen oder anderen Allgemeinerkrankung gehören. Manchmal findet sich keine Ursache.

Bei einer länger bestehenden Entzündung werden die Gefäße der Netzhaut durchlässig, und in der Netzhautmitte sammelt sich Flüssigkeit – ein entzündliches Makulaödem. Es ist der häufigste Grund dafür, dass Menschen mit einer Uveitis dauerhaft schlechter sehen.

Woran Sie es bemerken

Wie behandelt wird

An erster Stelle steht die Behandlung der Entzündung selbst – mit Augentropfen, Kortison oder Medikamenten, die das Immunsystem dämpfen. Das geschieht oft gemeinsam mit Ihrem Hausarzt oder einer rheumatologischen Praxis.

Bleibt die Schwellung der Netzhautmitte trotzdem bestehen, behandeln wir sie direkt im Auge: meist mit einem Kortison-Präparat, das über Wochen bis Monate wirkt, in bestimmten Fällen auch mit einem VEGF-Hemmer. Nach einer Kortisongabe ins Auge kontrollieren wir besonders den Augeninnendruck, weil er dadurch ansteigen kann.


Gefäßneubildung bei starker Kurzsichtigkeit (myope CNV)

Bei starker Kurzsichtigkeit – etwa ab minus sechs Dioptrien – ist der Augapfel länger als üblich. Die Netzhaut und die Schichten darunter sind dadurch gedehnt und dünner. In dieser überdehnten Wand können kleine Risse entstehen, durch die neue, undichte Gefäße unter die Netzhautmitte einwachsen. Das nennt man myope CNV: eine chorioidale Neovaskularisation bei Kurzsichtigkeit.

Woran Sie es bemerken

Wie behandelt wird

Auch hier wirken VEGF-Hemmer sehr gut. Erfreulich ist: Bei der myopen CNV sind meist deutlich weniger Spritzen nötig als bei der feuchten AMD. Oft genügen wenige Injektionen, manchmal sogar eine einzige, danach folgen Kontrollen. Wichtig ist ein rascher Behandlungsbeginn – dann bleibt die Sehschärfe in der Regel gut erhalten.

Bei starker Kurzsichtigkeit besonders wachsam sein

Neben der Gefäßneubildung besteht bei langen Augen auch ein erhöhtes Risiko für eine Netzhautablösung. Wenn Sie Lichtblitze, plötzlich viele neue schwarze Punkte oder einen Schatten von außen bemerken, stellen Sie sich bitte sofort vor – auch am Wochenende.

Und andere Erkrankungen?

Es gibt weitere, seltenere Gründe für eine Behandlung mit Augenspritzen – etwa Gefäßneubildungen nach einer Entzündung der Aderhaut oder bestimmte erbliche Netzhauterkrankungen. Wenn bei Ihnen eine solche Erkrankung vorliegt, erklären wir Ihnen das persönlich. Der Ablauf der Spritze und das Verhalten danach sind in allen Fällen gleich.