Was geschieht nach der Spritze?
Die meisten Menschen gehen nach der Injektion nach Hause und merken schon am nächsten Tag kaum noch etwas. Wichtig sind zwei Dinge: sich am Tag der Spritze zu schonen – und die wenigen Warnzeichen zu kennen, bei denen Sie sofort reagieren müssen.
Sofort vorstellen bei diesen Zeichen
Melden Sie sich umgehend – auch nachts, am Wochenende und am Feiertag – wenn eines dieser Zeichen auftritt:
- Zunehmende Schmerzen im Auge
- Deutliche Verschlechterung des Sehens
- Ein zunehmend rotes Auge, Lichtscheu oder eitriges Sekret
- Lichtblitze oder plötzlich viele neue schwarze Punkte
- Ein Schatten oder Vorhang, der von außen ins Blickfeld wächst
Warten Sie damit nicht bis zum nächsten Termin. Alles Weitere finden Sie weiter unten erklärt.
Der Tag der Injektion
- Fahren Sie nicht selbst. Sie sind an diesem Tag nicht fahrtüchtig – durch die Tropfen, den Verband und das ungewohnte Sehen.
- Reiben Sie nicht am Auge und drücken Sie nicht darauf. Ein Fremdkörpergefühl verleitet dazu, aber gerade jetzt ist das schädlich.
- Einen Verband oder eine Klappe nehmen Sie erst zu dem Zeitpunkt ab, den wir Ihnen sagen – meist nach ein bis zwei Stunden.
- Verwenden Sie Augentropfen genau nach Verordnung. Waschen Sie sich vorher die Hände und berühren Sie das Auge nicht mit der Flaschenspitze.
- Kein Schwimmbad, keine Sauna, kein Whirlpool an diesem und am folgenden Tag.
- Kein Augen-Make-up für zwei bis drei Tage.
- Vermeiden Sie staubige Arbeiten – Gartenarbeit, Schleifen, Kehren.
- Schweres Heben und starkes Bücken lassen Sie an diesem Tag besser sein.
- Lesen, Fernsehen und Spazierengehen sind dagegen erlaubt und schaden dem Auge nicht.
Wenn das Auge kratzt
Ein Fremdkörpergefühl in den ersten ein bis zwei Tagen ist normal – es stammt meist von der Desinfektionslösung, nicht von der Nadel. Es hilft: befeuchtende Augentropfen ohne Konservierungsmittel aus der Apotheke. Bei Bedarf dürfen Sie ein gewohntes Schmerzmittel einnehmen, zum Beispiel Paracetamol oder Ibuprofen.
Was in den ersten Tagen normal ist
- Ein roter Fleck auf dem Weiß des Auges. Er sieht dramatisch aus, ist aber nur ein Bluterguss der Bindehaut und verschwindet innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst.
- Bewegliche Punkte, Fäden, Bläschen oder ein dunkler Ring im Blickfeld. Das ist das Medikament, das sich verteilt. Nach ein bis drei Tagen ist es weg.
- Verschwommenes Sehen für einige Stunden bis zu einem Tag.
- Ein leichtes Kratzen oder Tränen.
Was nicht dazugehört, sind zunehmende Schmerzen und ein Sehen, das von Tag zu Tag schlechter statt besser wird.
Die zwei ernsten Warnzeichen
Entzündung im Augeninneren (Endophthalmitis)
Das ist die gefürchtetste Komplikation – und sie ist sehr selten: etwa ein Fall auf 2.000 bis 5.000 Spritzen. Sie tritt typischerweise ein bis fünf Tage nach der Injektion auf. Entscheidend ist, dass sie sofort behandelt wird; dann lässt sich das Auge in den meisten Fällen retten.
Zeichen sind:
- Schmerzen, die zunehmen statt abzuklingen
- Das Sehen wird deutlich schlechter, oft rasch
- Das Auge wird immer röter
- Lichtscheu, starkes Tränen, eitriges Sekret, verklebte Lider
Netzhautablösung (Amotio)
Auch sie ist selten, aber ebenso dringlich. Sie kündigt sich fast immer an, und zwar ohne Schmerzen – deshalb wird sie leicht unterschätzt. Achten Sie auf:
- Lichtblitze, besonders in der Dämmerung oder bei Augenbewegungen
- Plötzlich viele neue schwarze Punkte oder ein Schwarm von Flocken – oft „Rußregen“ genannt
- Ein Schatten, Vorhang oder eine Mauer, die von außen, oben oder unten ins Blickfeld hereinwächst
Eine Netzhautablösung ist ein Notfall. Je früher operiert wird, desto besser bleibt das Sehen erhalten.
So erreichen Sie Hilfe
- Zu unseren Sprechzeiten: Rufen Sie in der Frankenstraße 86 an oder kommen Sie direkt vorbei. Sprechzeiten und Anfahrt
- Außerhalb der Sprechzeiten, nachts und am Wochenende: Wenden Sie sich an den augenärztlichen Notdienst (Rufnummer 116 117) oder an die Augenklinik.
Sagen Sie dabei immer dazu, dass Sie vor Kurzem eine Spritze ins Auge bekommen haben, und nennen Sie das Datum. Das ändert für die Kollegen alles.
Die Kontrolle nach der Spritze
In der Regel schauen wir Ihr Auge am Tag nach der Injektion noch einmal an. Dabei prüfen wir das Sehen, den Augeninnendruck und den Zustand des Auges.
Die Kontrolle kann wohnortnah erfolgen
Wenn Sie auf Rügen wohnen, muss diese Kontrolle nicht in Stralsund stattfinden – unsere Kolleginnen und Kollegen in Sassnitz übernehmen sie gern. Sagen Sie uns einfach am Tag der Spritze Bescheid, was Ihnen lieber ist. Sie sparen sich damit eine zweite Fahrt.
Wie es weitergeht: Ihre nächsten Termine
Eine einzelne Spritze reicht bei fast keiner dieser Erkrankungen aus. Das liegt nicht daran, dass etwas schiefgelaufen wäre – das Medikament wird im Auge einfach nach einigen Wochen abgebaut, und dann kehrt die Schwellung zurück. Deshalb wird in Serien behandelt.
- Die Anfangsserie. Meist erhalten Sie drei Spritzen im Abstand von etwa vier Wochen. In dieser Zeit beruhigt sich die Netzhaut am schnellsten.
- Der weitere Rhythmus. Ist die Netzhaut trocken, verlängern wir den Abstand schrittweise – etwa von vier auf sechs, acht, zehn Wochen. Kommt die Flüssigkeit zurück, verkürzen wir wieder. Dieses Vorgehen heißt „behandeln und verlängern“.
- Auf Dauer. Die Dauer der Behandlung ist sehr von der genauen Erkrankung oder dem Befund abhängig. Bei der feuchten AMD ist meist eine langfristige Behandlung nötig. Bei einem Gefäßverschluss oder einer myopen CNV kommt die Therapie oft schneller zum Ende.
Bitte halten Sie die Termine ein
Das ist der wichtigste Punkt auf dieser ganzen Seite. Sehschärfe, die durch eine zu lange Pause verloren geht, lässt sich später oft nicht mehr zurückholen. Wenn Sie einen Termin nicht wahrnehmen können, sagen Sie ihn bitte frühzeitig ab, damit wir Ihnen rasch einen neuen geben können – und damit ein anderer Patient den freien Platz bekommt.
Zum Ausdrucken
Drucken Sie die folgende Übersicht gern aus und legen Sie sie zu Hause an einen sichtbaren Platz.
Augenzentrum Stralsund · Frankenstraße 86 · 18439 Stralsund · info@az-hst.de
Nach der Augenspritze: das Wichtigste
Sofort zum Augenarzt – auch nachts und am Wochenende
- Zunehmende Schmerzen im Auge
- Deutlich schlechteres Sehen
- Zunehmende Rötung, Lichtscheu, eitriges Sekret
- Lichtblitze oder plötzlich viele neue schwarze Punkte
- Schatten oder Vorhang von außen im Blickfeld
Sagen Sie immer dazu: „Ich habe am … eine Spritze ins Auge bekommen.“
Außerhalb der Sprechzeiten: augenärztlicher Notdienst, Telefon 116 117.
Am Tag der Spritze
- Nicht selbst Auto fahren
- Nicht am Auge reiben, nicht drücken
- Augentropfen genau nach Verordnung
- Kein Schwimmbad, keine Sauna, kein Augen-Make-up
- Keine staubigen Arbeiten, nicht schwer heben
Das ist normal und geht von allein weg
- Roter Fleck auf dem Weiß des Auges (ein bis zwei Wochen)
- Bewegliche Punkte, Bläschen oder ein dunkler Ring (ein bis drei Tage)
- Kratzen und Tränen (ein bis zwei Tage)
- Verschwommenes Sehen am Tag der Spritze
Termine
- Kontrolle am Tag nach der Spritze – auf Wunsch in Sassnitz
- Zu Beginn meist drei Spritzen im Abstand von etwa vier Wochen
- Danach Kontrolle mit Sehtest und OCT; der Abstand wird je nach Befund verlängert oder verkürzt
- Termine bitte unbedingt einhalten oder frühzeitig absagen
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Wenn noch Fragen offen sind, schauen Sie in die häufigen Fragen oder bringen Sie sie zu Ihrem Termin mit. Wir nehmen uns die Zeit.