Übersicht der Erkrankungen
Welche Erkrankungen werden mit Augenspritzen behandelt? Es sind ganz verschiedene. Ihnen allen ist eines gemeinsam: In der Netzhautmitte sammelt sich Flüssigkeit, oder es wachsen dort krankhafte Gefäße, die undicht sind und bluten können.
Das Medikament, das wir spritzen, bremst genau diesen Vorgang. Welche Erkrankung bei Ihnen vorliegt, hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bereits festgestellt. Wählen Sie hier Ihre Erkrankung aus – dann erfahren Sie mehr darüber.
- Feuchte Makuladegeneration (feuchte AMD) Die häufigste Ursache. Neue, undichte Gefäße wachsen unter die Netzhautmitte.
- Diabetisches Makulaödem Der Zucker schädigt die feinen Gefäße, die Netzhautmitte schwillt an.
- Makulaödem nach Gefäßverschluss Eine Netzhautvene ist verstopft, das Blut staut sich zurück.
- Sonstige Erkrankungen Entzündung im Auge (Uveitis) und Gefäßneubildung bei starker Kurzsichtigkeit.
Was allen gemeinsam ist
Bei den meisten dieser Erkrankungen spielt ein körpereigener Botenstoff die Hauptrolle: VEGF. Er wird gebildet, wenn die Netzhaut zu wenig Sauerstoff bekommt. VEGF lässt neue Gefäße wachsen und macht die vorhandenen Gefäße durchlässig – Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus.
Die Medikamente, die wir spritzen, fangen diesen Botenstoff ab. Man nennt sie deshalb VEGF-Hemmer. Die Gefäße werden wieder dichter, die Flüssigkeit wird vom Körper abtransportiert, die Netzhautmitte wird dünner. Bei einigen Erkrankungen setzen wir stattdessen oder zusätzlich ein Kortison-Präparat ein, das die Entzündung dämpft.
Welches Medikament bekomme ich?
Es stehen mehrere Wirkstoffe zur Verfügung, unter anderem Aflibercept, Ranibizumab, Faricimab und Avastin (Bevacizumab) sowie Kortison-Präparate. Avastin ist für die Behandlung am Auge nicht offiziell zugelassen, wird dafür aber seit vielen Jahren weltweit eingesetzt (sogenannter Off-Label-Use). Welcher für Sie am besten geeignet ist, entscheiden wir nach Ihrer Erkrankung, dem Befund im OCT und dem bisherigen Verlauf. Wenn ein Mittel nicht ausreichend wirkt, kann gewechselt werden.
Wer trägt die Kosten?
Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel. Bei bestimmten Präparaten (z. B. Avastin/Bevacizumab, das off-label eingesetzt wird) oder besonderen Verträgen kann eine Zuzahlung anfallen – darüber informieren wir Sie vorher.
Der Ablauf der Behandlung ist bei allen Erkrankungen gleich. Er beginnt mit den Untersuchungen vor der Spritze.