Zum Inhalt springen
Schrift

← Übersicht der Erkrankungen

Feuchte Makuladegeneration

Die altersabhängige Makuladegeneration – kurz AMD – ist eine Erkrankung der Netzhautmitte im höheren Lebensalter. Bei der feuchten Form wachsen neue, krankhafte Gefäße unter die Netzhaut. Sie sind undicht: Flüssigkeit und manchmal Blut treten aus und heben die Netzhautmitte an.

Was im Auge geschieht

Unter der Netzhaut liegt eine dünne Zellschicht, die die Sinneszellen versorgt. Mit den Jahren lagern sich dort Stoffwechselprodukte ab, die Versorgung wird schlechter. Das Gewebe reagiert mit dem Botenstoff VEGF und lässt neue Gefäße einwachsen – als Notlösung. Diese Gefäße sind jedoch schlecht gebaut und undicht.

Die Folge: Die Netzhautmitte quillt auf, die Sinneszellen liegen nicht mehr in ihrer geordneten Reihe. Genau in der Mitte des Bildes, wo Sie am schärfsten sehen, entsteht ein verzerrter oder grauer Fleck.

Woran Sie es bemerken

Das Sehen am Rand bleibt erhalten. Sie werden durch eine AMD nicht blind in dem Sinne, dass Sie gar nichts mehr sehen – aber das Lesen und Erkennen von Gesichtern kann verloren gehen.

Der Selbsttest mit dem Amsler-Gitter

Mit diesem Gitter können Sie zu Hause prüfen, ob sich Ihr Sehen verändert. Halten Sie es in gewohntem Leseabstand, setzen Sie Ihre Lesebrille auf, decken Sie ein Auge ab und schauen Sie fest auf den Punkt in der Mitte. Prüfen Sie dann jedes Auge einzeln.

Amsler-Gitter mit geraden Linien, wie es gesunde Augen sehen.
So sieht es aus,
wenn alles in Ordnung ist
Dasselbe Gitter mit deutlich verbogenen Linien und einem dunklen grauen Fleck in der Mitte.
So kann es bei einer
feuchten AMD aussehen

Der Selbsttest ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. Er hilft Ihnen aber, Veränderungen früh zu bemerken.

Amsler-Gitter zum Ausdrucken

Wann Sie sich zeitnah vorstellen sollten

Wenn Linien plötzlich krumm erscheinen, ein Fleck neu auftritt oder das Sehen rasch schlechter wird, melden Sie sich bitte kurzfristig – auch zwischen zwei geplanten Terminen. Bei der feuchten AMD zählt jede Woche.

Wie behandelt wird

Die feuchte AMD wird mit VEGF-Hemmern behandelt. Sie fangen den Botenstoff ab, der die krankhaften Gefäße wachsen lässt. Die Gefäße werden dichter, die Flüssigkeit verschwindet, die Netzhautmitte legt sich wieder an.

Meist beginnen wir mit drei Spritzen im Abstand von etwa vier Wochen. Danach entscheiden wir anhand von Sehtest und OCT, wie es weitergeht. In aller Regel ist eine Behandlung über mehrere Jahre nötig, mit allmählich größeren Abständen. Die Erkrankung wird dadurch nicht geheilt, aber wirksam in Schach gehalten.

Was Sie selbst tun können