Feuchte Makuladegeneration
Die altersabhängige Makuladegeneration – kurz AMD – ist eine Erkrankung der Netzhautmitte im höheren Lebensalter. Bei der feuchten Form wachsen neue, krankhafte Gefäße unter die Netzhaut. Sie sind undicht: Flüssigkeit und manchmal Blut treten aus und heben die Netzhautmitte an.
Was im Auge geschieht
Unter der Netzhaut liegt eine dünne Zellschicht, die die Sinneszellen versorgt. Mit den Jahren lagern sich dort Stoffwechselprodukte ab, die Versorgung wird schlechter. Das Gewebe reagiert mit dem Botenstoff VEGF und lässt neue Gefäße einwachsen – als Notlösung. Diese Gefäße sind jedoch schlecht gebaut und undicht.
Die Folge: Die Netzhautmitte quillt auf, die Sinneszellen liegen nicht mehr in ihrer geordneten Reihe. Genau in der Mitte des Bildes, wo Sie am schärfsten sehen, entsteht ein verzerrter oder grauer Fleck.
Woran Sie es bemerken
- Gerade Linien wirken verbogen oder wellig – zum Beispiel Fugen im Fliesenspiegel, Fensterrahmen oder Zeilen in der Zeitung.
- In der Mitte des Bildes liegt ein grauer oder dunkler Fleck.
- Buchstaben fehlen beim Lesen, Gesichter lassen sich schlechter erkennen.
- Die Verschlechterung kommt oft rasch, innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen.
Das Sehen am Rand bleibt erhalten. Sie werden durch eine AMD nicht blind in dem Sinne, dass Sie gar nichts mehr sehen – aber das Lesen und Erkennen von Gesichtern kann verloren gehen.
Der Selbsttest mit dem Amsler-Gitter
Mit diesem Gitter können Sie zu Hause prüfen, ob sich Ihr Sehen verändert. Halten Sie es in gewohntem Leseabstand, setzen Sie Ihre Lesebrille auf, decken Sie ein Auge ab und schauen Sie fest auf den Punkt in der Mitte. Prüfen Sie dann jedes Auge einzeln.
wenn alles in Ordnung ist
feuchten AMD aussehen
Der Selbsttest ersetzt keine augenärztliche Untersuchung. Er hilft Ihnen aber, Veränderungen früh zu bemerken.
Wann Sie sich zeitnah vorstellen sollten
Wenn Linien plötzlich krumm erscheinen, ein Fleck neu auftritt oder das Sehen rasch schlechter wird, melden Sie sich bitte kurzfristig – auch zwischen zwei geplanten Terminen. Bei der feuchten AMD zählt jede Woche.
Wie behandelt wird
Die feuchte AMD wird mit VEGF-Hemmern behandelt. Sie fangen den Botenstoff ab, der die krankhaften Gefäße wachsen lässt. Die Gefäße werden dichter, die Flüssigkeit verschwindet, die Netzhautmitte legt sich wieder an.
Meist beginnen wir mit drei Spritzen im Abstand von etwa vier Wochen. Danach entscheiden wir anhand von Sehtest und OCT, wie es weitergeht. In aller Regel ist eine Behandlung über mehrere Jahre nötig, mit allmählich größeren Abständen. Die Erkrankung wird dadurch nicht geheilt, aber wirksam in Schach gehalten.
Was Sie selbst tun können
- Nicht rauchen. Rauchen ist der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für die AMD.
- Prüfen Sie regelmäßig mit dem Amsler-Gitter, jedes Auge einzeln.
- Nehmen Sie alle Termine wahr. Ausgefallene Spritzen lassen sich nur schwer aufholen.
- Auch das zweite Auge ist gefährdet – lassen Sie es mit kontrollieren.
- Nahrungsergänzungsmittel mit Lutein und Zink können bei der trockenen Vorstufe sinnvoll sein. Sprechen Sie uns darauf an.