Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die häufigsten Augenerkrankungen und Fehlsichtigkeiten. Bei weiteren Fragen sprechen Sie uns gern persönlich an.
Glaukom-Früherkennung (Grüner Star)
Ein Glaukom entwickelt sich häufig über lange Zeit unbemerkt. Bereits entstandene Schäden am Sehnerv sind in der Regel nicht vollständig rückgängig zu machen. Eine frühzeitige Erkennung kann deshalb sinnvoll sein.
Zur Glaukom-Früherkennung gehören insbesondere die Beurteilung des Sehnervenkopfes und die Messung des Augeninnendrucks. Je nach Befund und persönlichem Risikoprofil können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.
Ein erhöhtes Risiko besteht beispielsweise bei familiärer Vorbelastung, höherem Lebensalter oder bestimmten weiteren Risikofaktoren. Wir beraten Sie individuell, welche Untersuchungen und Kontrollintervalle für Sie sinnvoll sind.
Bei gesetzlich Versicherten ist eine Glaukom-Früherkennungsuntersuchung ohne konkreten Krankheitsverdacht in der Regel keine reguläre Kassenleistung, sondern eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Bei einem medizinisch begründeten Verdacht oder notwendigen Verlaufskontrollen kann die Kostenübernahme anders geregelt sein.
Was ist der Graue Star?
Beim Grauen Star (Katarakt) trübt sich die natürliche Augenlinse. Typische Beschwerden sind zunehmend verschwommenes Sehen, nachlassende Kontraste und eine erhöhte Blendempfindlichkeit.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Der richtige Zeitpunkt für eine Katarakt-Operation ist individuell. Entscheidend ist, wie stark die Linsentrübung das Sehen und den Alltag beeinträchtigt – beispielsweise beim Lesen, Autofahren oder durch eine zunehmende Blendempfindlichkeit. Gemeinsam mit Ihnen besprechen wir, wann eine Operation medizinisch sinnvoll ist.
Welche Kunstlinse ist die richtige?
Bei der Operation wird die getrübte natürliche Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Welche Linse am besten geeignet ist, hängt von den individuellen Voraussetzungen Ihrer Augen und Ihren persönlichen Sehbedürfnissen ab. Vor der Operation beraten wir Sie ausführlich über die für Sie geeigneten Möglichkeiten.
Ausführliche Informationen zu Ihrer Katarakt-Operation und zur Wahl der passenden Kunstlinse finden Sie auf unserer Informationsseite „Meine neue Linse“.
Was ist die Makula und warum ist sie so wichtig?
Die Makula, auch „gelber Fleck“ genannt, liegt in der Mitte der Netzhaut und enthält die Fovea, die Stelle des schärfsten Sehens. Obwohl sie weniger als fünf Prozent der Netzhautfläche einnimmt, ist sie entscheidend für das Erkennen von Gesichtern, Lesen, Fernsehen, Autofahren und das scharfe Sehen in die Ferne. Die übrige Netzhaut ist dagegen vor allem für die Bewegungswahrnehmung und die räumliche Orientierung zuständig.
Was verursacht die AMD?
Die AMD betrifft vor allem Menschen jenseits des 50. Lebensjahres und gehört im höheren Lebensalter zu den häufigsten Ursachen schwerer Sehbeeinträchtigungen. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt; genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und Rauchen begünstigen jedoch ihre Entstehung, ebenso altersbedingte Ablagerungen unterhalb der Netzhaut, die den Stoffwechsel der Netzhautschichten stören. Selbst im späten Stadium bleibt Betroffenen die Orientierungsfähigkeit über das Umfeld-Sehen in der Regel erhalten.
Trockene und feuchte AMD – wo liegt der Unterschied?
Bei der trockenen AMD, der weitaus häufigeren Form, kommt es zu einem langsam fortschreitenden Absterben von Netzhautzellen. Solange die betroffenen Areale außerhalb der Stelle des schärfsten Sehens liegen, bleibt die Sehfunktion meist noch gut erhalten.
Die feuchte AMD ist seltener, schreitet aber meist schneller fort und führt häufiger zu schwerer Sehbehinderung. Hier wachsen neue, undichte Blutgefäße unter die Makula, aus denen Flüssigkeit in die Netzhaut austritt. Das führt zu verzerrtem Sehen (gerade Linien erscheinen gebogen) sowie zu grauen oder blinden Flecken, teils auch zu plötzlichen Sehverschlechterungen durch Einblutungen.
Wie wird die AMD behandelt?
Die Behandlung der trockenen AMD richtet sich nach Form und Stadium der Erkrankung. Für bestimmte Patientinnen und Patienten können unterstützende Maßnahmen und spezielle Vitamin- und Mineralstoffkombinationen nach AREDS2 sinnvoll sein. Welche Maßnahmen infrage kommen, sollte individuell augenärztlich beurteilt werden. Bei der feuchten AMD sind intravitreale VEGF-Hemmer die wichtigste Behandlungsmöglichkeit. Welche Therapie geeignet ist, wird individuell nach augenärztlicher Untersuchung entschieden.
Wie erfolgt die Früherkennung?
Ab dem 50. Lebensjahr wird eine jährliche gründliche Augenuntersuchung empfohlen. Erste Warnzeichen sind Sehverschlechterung, verzerrtes Sehen, springende Buchstaben oder sich krümmende Linien. Verfahren wie die optische Kohärenztomografie (OCT) oder die Fundusautofluoreszenz erlauben eine genaue Einschätzung des Krankheitsausmaßes; diese Leistungen werden in der Regel als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst getragen.
Trockene Augen und Lidrandentzündung
Brennen, Fremdkörpergefühl, Jucken, gerötete oder müde Augen können Zeichen eines gestörten Tränenfilms sein. Auch vermehrtes Tränen kann paradoxerweise bei einem trockenen Auge auftreten.
Häufig spielen Veränderungen der Drüsen an den Lidrändern eine Rolle. Diese sogenannten Meibom-Drüsen bilden einen wichtigen Bestandteil des Tränenfilms. Ist ihre Funktion gestört, kann die Tränenflüssigkeit schneller verdunsten und die Augenoberfläche gereizt werden.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem individuellen Befund. Je nach Situation kommen beispielsweise Tränenersatzmittel, regelmäßige Lidrandpflege oder weitere gezielte Behandlungen infrage. Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.
Diabetische Netzhautveränderungen können lange unbemerkt bleiben. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen sind deshalb wichtig. Wie häufig eine Untersuchung sinnvoll ist, richtet sich nach dem individuellen Risiko und bereits vorhandenen Netzhautveränderungen.
Diabetes mellitus kann sich auch auf die Augen auswirken. Am Auge führt die Zuckerkrankheit hauptsächlich zu Veränderungen an der Netzhaut, die als „diabetische Retinopathie“ bezeichnet werden. Dabei werden je nach Schweregrad verschiedene Formen unterschieden.
Nicht proliferative Retinopathie
Diese Form bleibt für Betroffene oft lange unbemerkt, da sie kaum oder keine Sehstörungen verursacht. Bei der augenärztlichen Untersuchung lassen sich vor allem Blutungen und Gefäßveränderungen am Augenhintergrund feststellen.
Diabetische Makulopathie
Hier ist die Stelle des schärfsten Sehens betroffen: Aus geschädigten Netzhautgefäßen tritt Flüssigkeit mit Fettablagerungen in die Netzhaut aus. Das kann im milden Fall zu verzerrtem Sehen, in schwereren Fällen zu deutlichem Sehverlust führen.
Proliferative Retinopathie
Die schwerste Form entsteht, wenn die unterversorgte Netzhaut das Wachstum neuer, aber undichter Blutgefäße anregt. Diese bluten leicht und lassen Flüssigkeit austreten. Eine typische Komplikation ist eine plötzliche Einblutung in den Glaskörper, die sich als Verschwommensehen, „viele schwarze Punkte“ oder bei starker Ausprägung als deutliche Sehverschlechterung bemerkbar macht.
Alterssichtigkeit (Presbyopie)
Im Alter lässt die Elastizität der Augenlinse nach, wodurch sie sich schlechter auf unterschiedliche Entfernungen einstellen kann. Dieser normale Alterungsprozess wird meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr bemerkt und betrifft ausnahmslos jeden. Normalsichtige benötigen dann meist nur eine Lesebrille, Kurzsichtige können für die Nähe ihre Fernbrille abnehmen, Weitsichtige brauchen in der Regel sowohl eine Fern- als auch eine Lesebrille.
Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)
Betroffene sehen Gegenstände in der Nähe wie in der Ferne verzerrt — aus einem Punkt wird optisch ein Strich. Ursache ist meist eine Hornhaut, die eher einem Ei als einer Kugel gleicht. Die Korrektur erfolgt über Zylindergläser in Brille oder Kontaktlinse, deren Achse exakt ausgerichtet sein muss.
Kurzsichtigkeit (Myopie)
Kurzsichtige sehen in der Nähe scharf, entfernte Gegenstände dagegen verschwommen, da das Auge meist zu lang gewachsen ist und der Brennpunkt vor statt auf der Netzhaut liegt. Die Korrektur erfolgt über eine Zerstreuungslinse mit negativem Dioptrienwert — je stärker die Kurzsichtigkeit, desto höher der Wert und desto dicker das Brillenglas.
Kurzsichtigkeit kann sich insbesondere im Kindes- und Jugendalter weiterentwickeln. Eine stärkere Myopie erhöht langfristig das Risiko für bestimmte Augenerkrankungen. Deshalb ist es sinnvoll, die Entwicklung der Kurzsichtigkeit regelmäßig augenärztlich zu kontrollieren.
Bei einer deutlich fortschreitenden Kurzsichtigkeit können je nach Alter, Befund und individuellem Verlauf Maßnahmen zur Verlangsamung der Myopieentwicklung infrage kommen. Wir beraten Sie, ob ein Myopie-Management für Ihr Kind sinnvoll ist.
Tipp für Eltern: Regelmäßiger Aufenthalt im Freien ist für Kinder empfehlenswert und kann dazu beitragen, das Risiko für die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit zu reduzieren.
Weit- oder Übersichtigkeit (Hyperopie)
Weitsichtige sehen entfernte Objekte scharf, in der Nähe dagegen nur ungenau. Die Korrektur erfolgt über eine Sammellinse mit positivem Dioptrienwert. Da jüngere Augen die Weitsichtigkeit durch Akkommodation teilweise ausgleichen können, wird sie oft erst im mittleren Alter bemerkbar, wenn die Lesefähigkeit nachlässt.